Oft fühlen wir uns im Alltag von äußeren Umständen bestimmt – ob im Job oder im Privatleben. Doch wie viel davon liegt tatsächlich außerhalb Deiner Kontrolle? Mehr als Du vielleicht denkst, kannst Du aktiv beeinflussen. Wer seinen Einflussbereich kennt und gezielt erweitert, gewinnt an Selbstbestimmung und Gestaltungsfreiheit. In diesem Beitrag zeige ich Dir, wie Du Deinen Einflussbereich erkennst, ausdehnst und dadurch Deine Wirksamkeit erhöhst.

 

Einflussbereich vs. Interessensbereich – Wo liegt der Unterschied?

Stephen Covey, Autor von „Die 7 Wege zur Effektivität“, unterscheidet zwischen dem Interessensbereich und dem Einflussbereich:

  • Interessensbereich: Hier liegen Themen, die Dich beschäftigen, auf die Du aber keinen direkten Einfluss hast (z. B. Weltgeschehen, das Verhalten anderer Menschen).
  • Einflussbereich: Dies umfasst alle Aspekte, die Du direkt gestalten oder verändern kannst (z. B. Deine Reaktionen, Dein Verhalten, Deine Entscheidungen).

Der Schlüssel zu mehr Selbstwirksamkeit liegt darin, den Fokus weg von Dingen, die Du nicht kontrollieren kannst, hin zu den Bereichen zu lenken, in denen Du aktiv etwas bewirken kannst.

 

Wie Du Deinen Einflussbereich gezielt maximierst

1. Klarheit schaffen – Was kannst Du wirklich beeinflussen?

Beginne damit, Deinen Alltag zu analysieren. Unterscheide klar zwischen dem, was in Deiner Kontrolle liegt, und dem, was außerhalb Deines Einflusses liegt.

Frage Dich:

  • Welche Situationen verursachen bei mir Stress oder Frustration?
  • Habe ich darauf direkt oder indirekt Einfluss?
  • Wo verschwende ich Energie auf Dinge, die ich nicht ändern kann?

Tipp: Schreibe eine Liste mit zwei Spalten – „Ich kann beeinflussen“ und „Ich kann nicht beeinflussen“ – und fokussiere Dich auf die erste Spalte.

 

2. Verantwortung übernehmen – Aktiv gestalten statt passiv abwarten

Je mehr Verantwortung Du für Deine Entscheidungen übernimmst, desto größer wird Dein Einflussbereich. Passivität verstärkt das Gefühl von Machtlosigkeit – aktives Handeln hingegen gibt Dir Kontrolle zurück.

Praktische Schritte:

  • Entscheidungen treffen: Werde aktiv, anstatt abzuwarten.
  • Probleme lösen: Konzentriere Dich auf Lösungen, statt bei Schwierigkeiten zu verharren.
  • Kommunikation verbessern: Kläre Erwartungen und sprich an, was Du verändern möchtest.

Erinnere Dich: Verantwortung bedeutet nicht, alles zu kontrollieren – aber es bedeutet, bewusst zu handeln, wo Du Einfluss hast.

 

3. Beziehungen stärken – Indirekten Einfluss nutzen

Nicht alles kannst Du allein ändern – doch durch gezielte Beziehungspflege vergrößerst Du Deinen Einfluss. Wer Vertrauen und Kooperation aufbaut, kann andere besser überzeugen und gemeinsame Ziele vorantreiben.

Strategien zur Beziehungspflege:

  • Zuhören: Verstehe die Perspektiven anderer, bevor Du Deine Argumente vorbringst.
  • Verlässlichkeit zeigen: Halte Zusagen ein und bleibe konsequent.
  • Win-Win-Lösungen finden: Suche nach gemeinsamen Interessen und baue Brücken.

 

4. Persönliche Fähigkeiten ausbauen – Deine Kompetenz erweitern

Je mehr Wissen und Fähigkeiten Du entwickelst, desto größer wird Dein Einfluss. Kompetenz schafft nicht nur Selbstvertrauen, sondern überzeugt auch andere.

Ansätze zur Weiterentwicklung:

  • Fachliche Expertise vertiefen: Bleibe in Deinem Fachgebiet auf dem neuesten Stand.
  • Soft Skills stärken: Trainiere Kommunikations- und Verhandlungstechniken.
  • Selbstmanagement verbessern: Optimiere Deine Zeit- und Prioritätenplanung.

 

Zeit für ein Beispiel aus der Praxis von Anna (Anonymisiert – “Anna” steht für verschiedene Klientinnen und Klienten die ich bereits im Coaching begleitet und unterstützt habe)

Annas Wunsch: Als Führungskraft in einem großen Unternehmen fühlte sich Anna oft fremdbestimmt. Viele Entscheidungen wurden über ihren Kopf hinweg getroffen, was Frust auslöste.

Vorgehen im Coaching: Wir analysierten gemeinsam ihren Einflussbereich und identifizierten konkrete Handlungsfelder:

  • Sie begann, in Meetings proaktiver ihre Perspektive einzubringen.
  • Sie baute gezielt Beziehungen zu Entscheidungsträgern auf.
  • Sie investierte in ihre Weiterentwicklung, um für höhere Aufgaben sichtbarer zu werden.

Ergebnis: Innerhalb eines Jahres wurde Annas Einfluss spürbar größer. Sie wurde bei strategischen Entscheidungen häufiger einbezogen und fühlte sich weniger ausgeliefert – weil sie aktiv Verantwortung für ihrenEinflussbereich übernahm.

 

Ein Impuls für Dich

Überlege Dir heute: Welche drei Bereiche in Deinem Leben möchtest Du aktiv beeinflussen? Mache Dir bewusst, wo Du Verantwortung übernehmen kannst – und dann setze einen ersten Schritt um. Jeder kleine Schritt erweitert Deinen Einfluss.

 

Fazit

Deinen Einflussbereich zu maximieren bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, aktiv zu gestalten und Deine Fähigkeiten gezielt auszubauen. Konzentriere Dich auf das, was Du verändern kannst – und lasse los, was außerhalb Deiner Kontrolle liegt. So entdeckst Du Deine wahre Macht. Wo fängst Du an?